Herr Merkt interviewt Kopfsport
Der in Hip-Hop Kreisen hochverehrte Herr Merkt hat uns bei einem Interview folgende Fragen gestellt:
Seit wann sind Sie am Mikrophon aktiv?
Daster: 1994
Menace: 1996.
DJ First Strike: An den Tellern seit 1996. Nebenbei genieße ich meinen Status als Nummer Eins Backup Rapper der Band.
Wann hat Ihnen der erste Hörer, der nicht aus Ihrem Freundeskreis stammt, Talent attestiert?
Daster: Wird wohl nach irgendeinem Auftritt gewesen sein. Wann und wo weiß ich leider nicht mehr.
Menace: 2006.
DJ First Strike: Müsste per E-Mail über MySpace gewesen sein. Wann? Schon länger her.
Welche Punchline eines Kollegen hätten Sie gerne selbst geschrieben?
Daster: „Du und Deichkind ihr habt was gemeinsam und zwar Scheiße“ (Kool Savas) Bin ich aber erst heute neidisch drauf weil ich deren Sound noch gut fand als diese Line geschrieben wurde.
Menace: Ich will deine Mutter ausleihen. Wozu? Ich will an Karneval als Hurensohn gehen.(Maeckes)
DJ First Strike: „Du bist schwul – find ich auch, früher war es Hamburg heute ist es Berlin.“ (Huss & Hodn)
Mit welchem Ihrer Tracks/Gastbeiträgen sind Sie aus heutiger Sicht am wenigsten zufrieden?
Daster: Mit der zweiten Chefetage-Maxi weil die aufnahmetechnisch und in Bezug auf Umsetzung nicht das wiedergespiegelt hat was wir gefühlt haben.
Menace: Der neueste Song ist immer der mit dem ich am wenigsten zufrieden bin, weil ich chronisch das Gefühl habe ihn noch besser machen zu können.
DJ First Strike: Mit der Playground Vol. 2 DVD, weil da soundtechnisch noch so viel mehr drin gewesen wäre, wenn man mehr Zeit, Geduld und vor allem ein vernünftiges Mastering gehabt hätte.
Horrorszenario: Sie sterben einen plötzlichen unerwarteten Tod! Als welcher Rapper werden Sie wiedergeboren?
Daster: Grandmaster Melle Mel um alles von Anfang an nochmal aufsaugen zu können.
Menace: Bürger Lars Dietrich. Ich will auch mal unlustig sein dürfen.
DJ First Strike: Als Bushido. Nach meinem Selbstmord komme ich als Massiv wieder und wiederhole die Selbstmordspirale mit allen wacken Deutschrappern um abschließend als junger Percee P in New York groß zu werden und mich mit Lord Finesse zu battlen.
Was war die unangenehmste Frage, die Ihnen jemals in einem Interview gestellt wurde? Was war die Antwort?
Daster: „Was war der schlimmste Auftritt den ihr jemals gehabt habt?“. „2001 in Pforzheim vor zwei anderen Gruppen, den beiden Bardamen, der Kassiererin und dem Türsteher.“
Menace: Frage: Schreibst du alle Songs selbst? Antwort: Ja!
DJ First Strike: Frage: Und was machen Sie so? Antwort: Ich bin der DJ. Abwertender Kommentar: Ach ja der DJ.
Würden Sie zu Promo-Zwecken andere Rapper öffentlich disrespektieren? Wenn ja, welche?
Daster: Ja. Mit irgendwelchen befreundeten Jungs einen peinlichen aber verkaufsfördernden Streit vom Zaun brechen um sich anschließend wieder medienwirksam zu vertragen. Ist ja auch sicherlich noch NIE so passiert.
Menace: Daster! Weil er mir definitiv Frisurentechnisch voraus ist. Das kotzt mich an.
DJ First Strike: Die Promo Moves überlasse ich ausschließlich meinen erfahrenen Beratern bei Universal und Sony/BMG. Neulich meinten die so: Hey Beef mit Jimi Blue wäre voll angesagt.
Was ist die peinlichste Platte, die Sie sich jemals gekauft haben?
Daster: Metallica „And Justice For All“ – weil’s eine Schwarzpressung vom Balkan war und nicht das Original-Vinyl.
Menace: Stützkauf „Menace – Blut, Schweiss und Tränen.“. An dieser Stelle einen netten Gruß an die Media Control.
DJ First Strike: Bravo Breakdance Sensation ‘84
Was motiviert Sie angesichts der momentanen Marktsituation, Ihre Rapkarriere fortzusetzen?
Daster: Die Pizza von First Strike bei unseren Proben und leider wiedermal die Mission an den Rap-Facetten abseits von Straße, Nutten, Koks und „auf’s Maul“ arbeiten zu müssen um von anderen Menschen beim erwähnen des Wortes „Rap“ ernst genommen zu werden.
Menace: Meine Bandmitglieder an deren Schönheit ich mich jeden Tag ergötze.
DJ First Strike: Solange es Leute gibt die Hip-Hop Musik mit Herz, Seele und Verstand machen und mich dieser Sound bewegt, solange werd ich die Fahne hoch halten. Die Marktsituation ist mir völlig gleichgültig.
Wir bedanken uns bei Herr Merkt für das durchwegs gelungene Interview!

